Projektbeschreibung


Mit dem Wiederaufbau nach 1945 ist die Architektur der Nachkriegszeit mit der Anzahl der errichteten Bauwerke in den von den starken Kriegszerstörungen des Zweiten Weltkrieges betroffenen Bereichen Deutschlands zur prägenden Bauform geworden. Dies gilt nicht allein, jedoch besonders für das Land Nordrhein-Westfalen, das selbst seine Entstehung der Neuordnung der deutschen Länderstrukturen verdankt.
Die 50er Jahre bilden mit den oft strengen und sparsamen, manchmal auch mit einem zögerlichen Schwung versehenen Bauten einen Schwerpunkt, doch auch in den 60er und den frühen 70er Jahren sind hervorragende Bauwerke entstanden, deren Würdigung erst zaghaft einsetzt.

Seit Mitte der 80er Jahre wird verstärkt an der Sichtung und Erforschung der Nachkriegsarchitektur gearbeitet - eine Forschung, die zum Teil an die Arbeiten über die Architektur der NS-Zeit anschließt. Die Annäherung an die Objekte vor Ort ist dabei noch uneinheitlich: Während in einzelnen Städten bereits Denkmalverzeichnisse erstellt wurden oder sich in Bearbeitung befinden, fehlen an anderer Stelle noch vergleichbare Inventare. Den für die Inventarisierung zuständigen Denkmalämtern fehlen oft die notwendigen personellen Ressourcen, über Problemstellungen einzelner, akut bedrohter Bauwerke hinaus entsprechende Vorarbeiten zu leisten.






  Gleichzeitig beschleunigt sich das Verschwinden von Bauten der Nachkriegszeit - sei es direkt durch Abbruch, sei es indirekt durch Überformung. Die über dieses Verschwinden einsetzenden Diskussionen zeigen, wie sehr die Bauten dieser Zeit schon als historisch und potentiell schützenswert empfunden werden, obwohl uns viele ihrer Erbauer als Zeitzeugen noch zur Verfügung stehen. Diese "Beschleunigung der Wertschätzung" (man vergleiche die Rückbezüge anderer Epochen) erfordert dabei nicht nur ein anderes Handeln, sondern eröffnet auch neue Chancen veränderter Überlegungen zum Begriff "Denkmal".

Für die frühe, vor allem aber die spätere Nachkriegszeit fehlen dabei noch fachlich-wissenschaftliche Grundlagen für Einordnung und Bewertung. Insbesondere die Recherche nach zeitgenössischen Quellen ist durch keine entsprechende Bibliographie vorbereitet. Die "Bibliographie zur Architektur des 19. Jahrhunderts" von Stephan Waetzoldt etwa bildet die deutschsprachigen Aufsätze in den Architekturzeitschriften von 1789 bis 1918 ab; die RSWB-Datenbank des Fraunhofer Instituts in Stuttgart stellt entsprechende Angaben ab 1977 zur Verfügung.

Konzeption und Projektziel